Jedes Kind ist  einzigartig wie ein Edelstein


Wir wünschen uns, dass die Kinder ihre Verbindung zur Natur vertiefen und sich selbst in dieser Umgebung kennen lernen. "Denn das was ich kenne, lerne ich zu lieben und was ich liebe, lerne ich zu schützen."
So sollen alle Kinder bei uns im Kindergarten einerseits die Möglichkeiten erhalten sich selbst kennen zu lernen und Wertschätzung für ihr Sein erfahren. Anderseits liegt unser Augenmerk darauf, die Kinder für ihre Umgebung zu sensibilisieren und die Natur von Käfer, Baum und Stein erfahrbar zu machen. In unserer pädagogischen Arbeit streben wir danach, Naturerfahrungen zu ermöglichen, die einen nachhaltigen Samen ins Bewusstsein legen. Dieser ist ein kleiner Teil, der dazu beitragen soll, die Gesundheit in Körper, Geist und Seele zu fördern und die Augen zu öffnen für die Vielfalt und Schönheit der Natur.
Jeder Einzelne unseres multiprofessionellen Teams,  sammelte Erfahrungen in unterschiedlichen Wirkungsstätten. So fließen verschiedene pädagogische Methoden aus den Bereichen der Wildnispädagogik, Wald-und Naturpädagogik, Waldorfpädagogik  und Heilpädagogik in unser tägliches Tun und Handeln ein.


Tiergestützte Pädagogik

Kinder haben ein Grundbedürfnis nach Naturerfahrungen. Diese können Sie im Lebensraum Wald anhand Schnecken, Würmern etc. sammeln und beobachten. Negative Emotionen sollen gegenüber dem Lebewesen abgebaut werden, denn sie lernen was ist gefährlich und was nicht!

Nicht immer haben Kinder die Möglichkeit diese Erfahrungen zu sammeln. Um das Grundbedürfnis stillen zu können gibt es unterstützend die Tiergestützte Pädagogik.

Definition: Unter tiergestützter Pädagogik werden alle Maßnahmen verstanden, die einen positiven Effekt auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben – und zwar durch das Zusammenarbeiten mit einem Tier. Vor allem Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten können so ihre sozialen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten ausbauen. 

Pädagogik mit Tieren eröffnet neue Lernchancen

Zunächst verknüpfen Kinder den Kontakt zum Tier nicht bewusst mit einer Lernabsicht. Das Handeln des Kindes, zum Beispiel das Anlocken eines Tieres, um es zu füttern, dient also nicht dem Erwerb von Wissen. Dennoch sind die den Kindergartenalltag bereichernden Erlebnisse mit Tieren sowie das erwachende Interesse der Kinder an diesen Lebewesen für die Vermittlung von Wissen über das Mensch-Natur-Verhältnis nutzbar. In der intensiven Auseinandersetzung mit einem Tier und durch entsprechende Unterstützung der Fachkraft unterstützt, entdeckt ein Kind, dass Mensch und Tier miteinander kommunizieren können. Die Körpersprache eines Tieres folgt Mustern, die zum Teil bereits Kinder schon lesen können. Gleichbleibend konstante pädagogische Angebote ermutigen Kinder, sich intensiver mit einem Tier zu befassen. Ein Wiederholen des bereits Gelernten wird die Wissensaneignung wirkungsvoll unterstützen. Die Übernahme einer Tierpatenschaft, Der konstante Aufbau einer engen Beziehung zu einem Tier begünstigt und lässt Rücksichtnahme und Wertschätzung gegenüber Mitlebewesen konkret erfahrbar werden.

Zuwachs an Wissen und Entwicklung von Handlungsmotivation

Die Verknüpfung von Emotionen und Kognition ist unabdingbar für den persönlichen Lernerfolg. Zusätzliche Wissensangebote ermöglichen es bereits Kindergartenkindern, ein spezifisches Wissen zum Beispiel über die Notwendigkeit einer tiergerechten Haltung zu erwerben. Bereits im Alter von vier Jahren sind Kinder in der Lage, Hypothesen aufzustellen und zu überprüfen. Tiergestützt können Denkprozesse, die auf handlungsgebundene Erfahrungen des Kindes basieren, in besonderer Weise unterstützen, wenn es etwa darum geht, naturwissenschaftlichen Phänomenen auf die Spur zu kommen, die auf Kinder eine Faszination ausüben.

Förderung des Konzentrationsvermögens

Eine der Grundfähigkeiten, die in der vorschulischen Phase des Kindes anzubahnen ist, ist die Konzentrationsfähigkeit. Durch Tiergestützte Pädagogik fordert man die Kinder daher zum Beobachten auf. Es gibt Studien, die sich mit dem Einfluss von Hunden auf die Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisleistung von Kindern befassen. Sie belegen die positiven psychophysiologischen Effekte der Tiere auf diese menschlichen Teilleistungsbereiche.

Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung

Früh lernen Kinder bestimmte körpersprachliche Signale zu lesen – Mimik, Gestik und Körperausdruck. Nonverbale Kommunikation ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kommunikationsprozesse im späteren Leben. Der Umgang mit Tieren bietet hierfür ein ideales Übungsfeld. 

  • „Kinder sprechen über das, was in ihrem unmittelbaren Interesse liegt und wozu sie kognitiv in der Lage sind.
  • Die Beschäftigung mit Tieren kann den komplexen Spracherwerbsprozess beflügeln, sofern das motivierende Sprachangebot seitens der verantwortlichen Begleitperson aufgegriffen und für das Sprachlernen genutzt wird. 

Kinder erwerben Sprachkompetenz am erfolgreichsten im Zusammenhang mit Handlungen, die für sie selbst Sinn ergeben. 

Soziale Kompetenz entwickeln

Tiere sind Impulsgeber für Lernprozesse, die auf die Beherrschung des „emotionalen Alphabets“  zielen. Häufig werden Erstklässler, die einen Kindergarten mit tiergestütztpädagogischer Konzeption besuchten, von Grundschullehrkräften als sehr „sozialkompetent“ wahrgenommen. Der Einfluss der tiergestützten Pädagogik auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen von Heranwachsenden wird durch einige wissenschaftliche Studien zwar belegt, dennoch ziehen Beetz und Kotrschal, basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche, folgendes Resümee: „Noch nicht gesichert ist ein positiver Einfluss des Lebens mit Tieren […] auf die Entwicklung von Empathie und sozialer Kompetenz im Kindesalter. Vieles spricht dafür, dass Tiere die Integration der sogenannten Außenseiter in die Gruppe der Gleichaltrigen positiv unterstützen, denn Tiere wirken als „sozialer Katalysator“.

Eine Herausforderung für den Begleiter

Nicht die Tiere machen die pädagogische Qualität einer vorschulischen Bildungseinrichtung aus, sondern die auf fachlich hohem Niveau mit Kindern arbeitenden Pädagogen, die es verstehen, das Tier als bereicherndes Element in Erziehungs- und Bildungsprozesse tiergerecht einzubinden. Die Schaffung einer positiven Arbeitsatmosphäre für Mensch und Tier ist dafür unerlässlich. Zuwendung, Empathie, Ermutigung, Toleranz, ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit Mitlebewesen. Kinder brauchen für eine positive Entwicklung eine förderliche soziale Umwelt, wozu eine soziale Vertrautheit und Geborgenheit sowie sichere Beziehungen zu Bezugspersonen zählen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Tiere den Kindergartenalltag mitprägen. Es ist daher Aufgabe des Begleiters, Kindern in der Begegnung mit Tieren ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, sodass positive Erlebnisse dominieren. Solch eine Ausgangsbasis ist grundlegend für die Umsetzung weiterführender Zielsetzungen, doch darf das Prinzip der Passung (Entwicklungsstand des Kindes – Lernangebot – Tier) dabei nicht aus dem Blick geraten. Es ist bekannt, dass Kinder bereits beim Eintritt in den Kindergarten über vielfältige Erfahrungen mit Tieren verfügen, die das kognitive Konzept „Tier“ prägen und den Aufbau von Kind-Tier-Beziehungen beeinflussen. Zudem haben Kinder in diesem Alter bereits „eigene Theorien in Bezug auf biologische Sachverhalte“ entwickelt. Es gilt daher die Unterschiedlichkeit der Naturerfahrungen in einer Kindergruppe gezielt aufzugreifen und das vorhandene Potenzial dafür zu nutzen, die Kinder für ein umweltgerechtes, nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren.
Durch den Kontakt mit Tieren eröffnet sich ein Handlungsfeld, das Kindern schon früh positive Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht, die Entwicklung von Problemlösungsstrategien fördert und aktive Mitgestaltung erlaubt, sodass gestaltungskompetentes Handeln und Entscheiden im Kindesalter erfahrbar wird.
Vorbilder, die den richtigen Umgang mit den Tieren kompetent vermitteln und zugleich den Aufbau moralischer Motivation im Kindesalter stützen, sind daher von besonderer Bedeutung.
„Nur unter dem einfühlsamen Schutz und der kompetenten Anleitung durch erwachsene ‚Vorbilder‘ können Kinder vielfältige Gestaltungsangebote auch kreativ nutzen und dabei ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten erkennen und weiterentwickeln. Nur so kann im Frontalhirn ein eigenes, inneres Bild von Selbstwirksamkeit stabilisiert und für die Selbstmotivation in allen nachfolgenden Lernprozessen genutzt werden.“

 


 


 

Quellen: Strunz – Schneider Verlag